Hanoi, die überraschend lebendige Hauptstadt Vietnams


Die Stadt wird in Reiseführern immer als das kommunistische Gegenstück zum wirtschaftlich boomenden Saigon beschrieben. Ich erwartete eine öde Stadt wie Ostberlin Anfang der 80er Jahre. Glücklicherweise hatte ich mich getäuscht. Hanoi ist voller Leben. Klar, das ausländische Kapital konzentriert sich in Saigon, deshalb sind die Leute im Norden auch ärmer, aber trotzdem versuchen sie mit viel Fleiß und Einfallsreichtum ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Was die Stadt so faszinierend macht ist ihre Vielfalt. Man kommt aus dem Internet Café raus und steht inmitten eines Markts, wie er in einem Provinzdorf nicht anders aussieht. Es gibt moderne Gebäude, alte Tempel und Bauten, die einen an das Paris des 19ten Jahrhunderts erinnern.

Der Markt war gleich bei unserem Hotel. Hier konnte man gut und preiswert essen.


Kleine Selbständige sind typisch für die Stadt. Ein Stuhl, ein Spiegel an der Mauer und noch einige Kleinigkeiten und fertig ist der Frisörsalon.


Da ein Kleinlaster zu teuer ist, werden die typischen vietnamesischen Cyclos zum Transportieren innerhalb der Stadt benutzt.


Obwohl es kaum Autos gibt, ist der Verkehr trotzdem verrückt. Beim Überqueren der Straße darf man nicht anhalten, sondern muss gleichmäßig weitergehen. Dann passiert einem nichts und man sieht vielleicht noch was Nettes.


Das französische Erbe ist nicht zu übersehen. Es gibt noch einige schöne Bauten und das Baguette schmeckt so gut wie in seiner Heimat.

Klassischer Citröen wie aus einem Kriminalfilm der 50er.


Der Präsidentenpalast, auch ein Gebäude aus der Kolonialzeit.


Hinter dem harmlos klingenden Namen Maison Centrale (zentrales Haus) verbarg sich das Gefängnis, in dem die Franzosen politische Häftlinge nicht nur einsperrten, sondern auch folterten und exekutierten. Später waren dort amerikanische Kriegsgefangene untergebracht, die den Bau sarkastisch als Hanoi Hilton bezeichneten. Ich war früh morgens noch vor der eigentlichen Öffnungszeit dort. Trotzdem lauerte der Museumswärter schon und ließ mich auch rein, natürlich ohne mir eine Eintrittskarte zu geben. Das Geld der Besucher, die außerhalb der Öffnungszeiten kommen, wandert garantiert in seine Taschen.


Ausstattungsgegenstand des Maison Centrale.


Vor dem Besuch des Gefängnisses beobachtete ich noch die Einheimischen bei der Frühgymnastik an diesem schönen See.


Besonders gut gefiel mir das Marktviertel in der Altstadt. Leider sind viele Gebäude schon ganz schön runtergekommen.

Selbstbewusste Metzgerin


Früher konnten sich die Einheimischen keine Fotografien, sondern nur gezeichnete Porträts leisten. Jetzt macht dieser Zeichner bestimmt gute Geschäfte mit den Touristen.


Wie fast jede alte Stadt in Asien hat auch Hanoi nicht wenige eindrucksvolle Tempel und Pagoden.

Die nur auf einem Pfahl stehende Pagode, eines der ältesten Gebäude Hanois.


Der Literaturtempel, die im Jahre 1070 gegründete, erste Universität des Landes.


Junge Mädchen im Literaturtempel.


Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört natürlich auch das Ho-Chi-Minh Mausoleum. Ich war überrascht über die entspannte Atmosphäre, die dort herrschte. Man konnte ziemlich frei herumlaufen, ohne von den vielen Uniformierten belästigt zu werden.


Auch wenn es nicht so aussieht, dieser Polizist war ziemlich in Ordnung.


Diese Sängerin war nett anzusehen. Die Musik fand ich eher störend.


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